Private Anleger entdecken die Wohnimmobilie wieder

Bauen in Deutschland so günstig wie vor zehn Jahren
Zwar wurde gerade die Eigenheimzulage gestrichen, unabhängig davon gilt aber: Bauen in Deutschland ist heute so günstig wie vor zehn Jahren. Die Einstiegspreise für neue Eigenheime sind vielerorts sogar gesunken, meldet die LBS West. Pressesprecher Dr. Christian Schröder: „In Münster kostete ein Einfamilienhaus mit Grundstück und Garage 1995 noch mindestens 306.000 Euro. Heute ist ein Neubau bereits für 240.000 zu haben.“

In Düsseldorf liegt der Einstiegspreis heute um 8.000, in Köln sogar um 30.000 Euro niedriger als noch vor zehn Jahren. Zusätzlich sank die monatliche Belastung der Erwerber um mehrere hundert Euro, weil die Hypothekenzinsen so günstig sind wie zuletzt in der Kaiserzeit.

„Eine vierköpfige Familie zahlte für ein Reihenhaus vor zehn Jahren durchschnittlich noch über 1.200 Euro für Zins und Tilgung, das entsprach einem guten Drittel des monatlichen Nettoeinkommens“, so Schröder. Heute sind es gerade noch 700 Euro und damit meist weniger als die entsprechende Miete.

Das Vorurteil, Wohneigentum ist für Deutsche im Europa-Vergleich besonders teuer, gehört zum alten Eisen. Ein gängiges Einfamilienhaus kostet in Westdeutschland durchschnittlich 224.000 Euro, die Niederländer müssen 36.000, die Briten sogar 45.000 Euro drauflegen. „Heute kaufen die Holländer Immobilien in Deutschland, nicht mehr umgekehrt“, stellen LBS-Gebietsleiter in Grenznähe übereinstimmend fest.

Bei den Baupreisen haben die Beteiligten also ihre Hausaufgaben gemacht. Nachholbedarf gibt es vielerorts dagegen bei den Grundstückspreisen. Besonders in den gesuchten stadtnahen Lagen ist Bauland für viele Familien nach wie vor kaum bezahlbar.

Diese weichen deshalb häufig auf Gebraucht-Immobilien aus: Jahr für Jahr wechseln in NRW 130.000 Wohnungen aus zweiter Hand den Besitzer. Schröder: „Darunter sind neuerdings wieder vermehrt private Anleger, die kleinere Mehrfamilienhäuser kaufen.“ Wachsender Wohnraumbedarf durch steigende Haushaltszahlen ist eines der Motive für Investoren.

Einem Besitzerwechsel folgen meist Umbau-Investitionen in Höhe von durchschnittlich 18.000 Euro. Zusätzliche Impulse für die Bauwirtschaft dürfte im nächsten Jahr die Einführung des Energiepasses bringen: Deutsche Wohnungen sind im Durchschnitt 45 Jahre alt, da lohnt sich bei heutigen Energiepreisen oft eine grundlegende Modernisierung.

Quelle: LBS

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