Preisexplosion bei Immobilien?

Institutionelle Anleger preschen nach vorn
Geht es nach den Regeln von Angebot und Nachfrage, dürften deutsche Immobilienpreise schon bald kräftig anziehen. Denn immer mehr Versicherer und Pensionsfonds haben derzeit kaum mehr richtiges Interesse an Immobilien aus Ländern, die selbst in einer Immobilienkrise stecken. In Deutschland aber ist das ganz anders. Der Immobilienmarkt wird damit immer attraktiver für Großanleger.

Der Schock der geplatzten US-Immobilienblase sitzt der Assekuranz offenbar noch tief in den Gliedern. Zwar wollen Versicherer und Pensionskassen in diesem Jahr immerhin knapp 300 Mio. Euro in Gebäude investieren, wie die Unternehmensberatung Ernst & Young (E&Y) aufzeigt. Risikoreiche Märkte wie die USA oder Schwellenländer werden dabei jedoch weitgehend gemieden. Europas etablierte Länder haben dagegen die Nase vorn. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Vorsicht bei Immobilieninvestments noch deutlich gestiegen. Gerade auf dem US-Markt wird mit weiteren Preiskorrekturen gerechnet.

Statt dem schwer in Schlagseite geratenen US-Häusermarkt liegt der Fokus der Versicherer auf Deutschland und starken europäischen Nachbarländern. "Die Emerging Markets in Europa sowie die Länder in Afrika und Südamerika haben praktisch keine Bedeutung mehr für die Assekuranz. Nordamerika und Asien dienen eher der Beimischung", sagt E&Y-Real-Estate-Experte Dietmar Fischer. Während 88 Prozent der Unternehmen in der Bundesrepublik und 75 Prozent bei den Nachbarn Ankäufe planen, tun dies etwa in Nordamerika nur 19 Prozent. Mit 25 Prozent wollen sich dort hingegen fünfmal mehr Versicherer von Anlagen trennen als 2009.

Besonders gefragt sind in diesem Jahr europäische Einzelhandelsobjekte, die Wohn- und Büroimmobilien als beliebteste Immobilienanlageklasse von der Spitze abgelöst haben. 90 bzw. 81 Prozent planen hier Zukäufe. Der Großteil investiert und verkauft dabei direkt statt über indirekte Finanzprodukte wie Immobilienfonds. Das voraussichtliche Verkaufsvolumen liegt durchschnittlich bei 55 Mio. Euro, wovon 48 Mio. Euro auf direkt gehaltene Objekte entfallen. Besonders Infrastrukturinvestments aber auch Freizeitimmobilien werden von der Assekuranz am wenigsten Beachtung geschenkt.

Sollte die Nachfrage nach entsprechenden Immobilien sich immer mehr auf Deutschland konzentrieren, könnte dies auch die Immobilienpreise aber womöglich auch für Mieten in Deutschland deutlich ansteigen lassen. Das wäre gut für Immobilieneigentümer, weniger gut aber für künftige private Immobilienkäufer und Mieter. deren Kosten könnten dann ebenfalls in Zukunft steigen.

Quelle: wnorg-nachrichtenagentur (mit Material von pte)
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