VERBRAUCHERSCHUTZ FÜR BAUHERREN BLEIBT WEITER AUF DER STRECKE

Verbraucherschutz bei Bau-und Leistungsbeschreibungen / Musterbaubeschreibung
BAUBESCHREIBUNGEN IM KREUZFEUER DER KRITIK
WUNSCH UND WIRKLICHKEIT DRIFTEN AUSEINANDER.
VERBRAUCHERSCHUTZ FÜR BAUHERREN BLEIBT WEITER AUF DER STRECKE.

Geht man auf Google und gibt Baubeschreibung ein erhält man ca. 300 Tsd. Ergebnisse!
Da denkt man ,dass die Einzelheiten der wichtigen Baubeschreibung allen Hauserwerbern vor der Bau-Vertragsunterzeichnung bekannt sein müsste und sie genau wissen was sie für ihr
sauer erspartes Geld tatsächlich erhalten. Die Realität sieht leider anders aus und das Gegenteil ist der Fall. Schon während der Bauzeit kommen dann nicht selten Forderungen auf den Bauherrn zu, mit denen er nicht rechnete und von denen er der Meinung war: „Ist doch alles inclusiv“ – im Musterhaus und Verkaufsprospekt hatten wir das doch eindeutig gesehen. Später streitet man sich nicht selten jahrelang vor Gericht ,um klären zu lassen was der Hausanbieter denn tatsächlich im Einzelnen an Leistung schuldet und was nicht geschuldet ist. Dann ist u.U. die gesamte Finanzierung nur Maculatur und ob man will oder nicht muss teuer nachfinanziert werden. Wunsch und Wirklichkeit driften also auseinander und die Konflikte sind vorprogrammiert. Baustopps mangels liquider finanzieller Mittel aus Nachfinanzierungen sind leider auch keine Seltenheit.

VERBRAUCHERSCHUTZ BLEIBT AUF DER STRECKE.
Verbraucherverbände, Bauherrenschutzverbände und andere fordern seit Jahren vergeblich
das private Baurecht zum Schutz der Bauherren grundlegend zu reformieren.
Der Gesetzgeber hat aber leider bis heute keine Regelungen zum Schutz des Bauherrn eingeführt . Daher ist und bleibt eine Baubeschreibung eine rein private Angelegenheit zwischen Anbieter und Hauskäufer. Es bleibt also dem Bauherrn überlassen wie er die Risiken im Zusammenhang mit seinem Bauvorhaben meistert.

WAS TUT DIE POLITIK?
Obwohl die Bauwirtschaft ein erheblicher Faktor in der Volkswirtschaft ist, hat der private Häuslebauer keine Lobby in Berlin. Die Anstrengungen der Politik für diese Kreise Verbesserungen zu schaffen sind gering.

MINDESTANFORDERUNGEN AN BAU-UND LEISTUNGSBESCHREIBUNGEN.
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau-und Wohnwesen hat es nach Jahren geschafft
sog. „Mindestanforgerungen an Bau-und Leistungsbeschreibungen für Ein-und Zweifamilienhäuser“ herauszugeben. Letzter Stand Juli 2003.
Diese Mindestanforderungen sind eine Verbraucherinformation und haben nur empfehlenden
Charakter. Den Unternehmer-und Fachverbänden wird vorgeschlagen ihren Mitgliedsunternehmen die Anwendung der Mindestanforderungen für Bau-und Leistungsbeschreibungen zu empfehlen.
Es ist also nur eine Empfehlung und jeder kann sie anwenden oder auch nicht.

BAUTEILBESCHREIBUNGEN IM BAUTRÄGERVERTRAG.

Eine Besonderheit des Bauens ist das Bauen mit dem Bauträger. Der Bauträger errichtet
in eigenem Namen, auf eigene Rechnung und auf eigenem Grund ein Bauwerk und verkauft
es dann. Der zukünftige Eigentümer ist im Gegensatz zum konventionellen Bauen nur noch sehr begrenzt oder gar nicht in die einzelnen Bauphasen bei der Errichtung des Hauses eingebunden. Er bestellt bzw. kauft also eine „schlüsselfertige Immobilie mit Ausnahme
der Eigenleistungen. Die vertraglich geschuldete Beschaffenheit der Objekte wird in der Regel durch eine Baubeschreibung und Pläne definiert. Diese Unterlagen werden Bestandteil
des notariell abzuschließenden Bauvertrages . Wie qualitativ und quantitativ dann diese Baubeschreibung ausfällt wird dabei weitgehend und kritiklos dem Bauträger überlassen.
NOTAR UND BAUTRÄGERVERTRAG.
Ein Bau-und Kaufvertrag mit dem Bauträger muss immer notariell beglaubigt werden.
Viele sind der Auffassung , dass der Notar die privaten Vertragsbestandteile:
also auch die Bau-und Leistungsbeschreibung zu prüfen habe. Diese Auffassung ist
falsch. Wie sollte er auch?- er ist ja kein Baufachmann. Andererseits reicht eine zu globale Feststellung („ein Stück Haus“)nicht aus, da dann der Vertrag nicht transparent und prüfbar wäre. Es gibt also eine große inhaltliche Bandbreite von Baubeschreibungen die kritiklos
seitens des Bauherrn in den Bauvertrag übernommen werden weil man denkt , der Notar
macht das schon richtig und es gäbe dann keine Risiken mehr.

ERFAHRUNGEN VON SACHVERSTÄNDIGEN MIT BAUBESCHREIBUNGEN .
Im Rahmen einer Forschungsarbeit über den Inhalt von Baubeschreibungen (AI Bau2003)
wurden 1130 öbv-Sachverständige angeschrieben und gebeten ihre Erfahrungen mit Streitigkeiten bzw. Interpretationsproblemen von Baubeschreibungen im Wohnungsbau
mitzuteilen. Es wurden Angaben zu 753 Einzelpunkten gemacht bei denen es immer wieder
zu Konflikten kommt. Ca. 80% der Angaben bezogen sich auf funktionsbezogene und bauteilübergreifende Themen z.B. Abdichtungskonzepte, Ausstattungsstandards im Ausbau,
Schallschutz, Wärmeschutz und Brandschutz. Die restlichen 20% betrafen bestimmte Bauteile und damit typische Streitansätze.
Im Rahmen der laufenden Prüfungen von vorgelegten Baubeschreibungen der Klienten durch die wvd Bauberatung in Jettingen war nicht eine einzige Bau-und Leistungsbeschreibung in Ordnung. Viele waren sogar mangelhaft bis ungenügend.
In manchen Fällen wusste der Bauherr überhaupt nicht was er tatsächlich erhält. („sh.ein Stück Haus“)

FAZIT UND AUSBLICK.
Bau-und Leistungsbeschreibungen der Anbieter sind nach wie vor fast immer zu kritisieren,
daran hat sich seit Jahren nichts geändert. Der bautechnische Laie ist nicht in der Lage eine Bau-und Leistungsbeschreibung detailliert zu prüfen geschweige denn daraus die richtigen
Schlüsse zu ziehen. Er weiß nicht was fehlt und was unpräzise ist. Er kann auch nicht erkennen ob die im einzelnen beschriebenen Leistungen und Lieferungen dem neuesten Stand der Bautechnik entsprechen. Bauherrenschutz- und Verbraucherverbände warnen und raten immer wieder, Bau-und Leistungsbeschreibungen unbedingt vom Fachmann noch vor einer Vertragsunterzeichnung prüfen zu lassen.
Die Politik und der Gesetzgeber regeln jedenfalls bis heute nichts um die Risiken des Bauherrn in diesen Fällen zu minimieren.

WAS TUN IM KONFLIKTFALL.
Betroffene Bauherren wenden sich im Streitfall in der Regel sofort an einen Rechtsanwalt.
Es wird dann viel teures Papier produziert und mit einem Gerichtsverfahren das sich dann
häufig 3-4 Jahre hinzieht , einem drohenden Baustopp und ungewissem Ausgang ist auch keinem geholfen.
Eine Schlichtung durch einen Baumediator ist in jedem Fall die bessere Lösung .
Die Streitenden schalten den Baumediator ein und suchen nach einer gemeinsamen Lösung
„auf Augenhöhe“. Dabei wahrt jeder sein Gesicht. Aus Erfahrung können 80% bis 90%
aller Konflikte sozusagen friedlich gelöst werden.

DAS BESONDERE ANGEBOT VOR UNTERZEICHNUNG DES BAUVERTRAGES.
BAU-UND LEISTUNGSBESCHREIBUNGEN IMMER PRÜFEN LASSEN!
Die wvd Bauberatung in 71131 Jettingen prüft gründlich und umfassend Ihre Bau-und Leistungsbeschreibung in Verbindung mit dem Bauvertrag. Weitere Informationen und
Honorarkosten finden Sie auf unserer Internetseite wvd-bauberatung.de

Quelle: wvd Bauberatung
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