Wie Markisen sich selbst reinigen

Lotus-Effekt hält Oberflächen sauber

Supress

Als den Wissenschaftlern in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts erstmals Rasterelektronenmikroskope mit enormer Vergrößerungskraft zur Verfügung standen, wurde Schmutz zum Problem: Selbst kleinste Verunreinigungen konnten das Bild für die Laborarbeit unbrauchbar machen. Die Proben mussten also zunächst einmal gründlich gesäubert werden. Erstaunlich war nur, dass dies bei einigen Pflanzen gar nicht notwendig war - zum Beispiel beim Lotus. An seinen Blättern und Blüten können die Schmutzpartikel offenbar gar nicht erst anhaften. Die Ursache für diese Reinlichkeit lieferte ein genauer Blick durchs Super-Mikroskop bis in den so genannten Nanometerbereich: Winzige Noppen an der Blattoberfläche verhindern bei den sauberen Pflanzen ein Festsetzen der Partikel, die von ein wenig Feuchtigkeit sofort wieder weggespült werden.
Diese Entdeckung war Ausgangspunkt der so genannten Nano-Technologie, die uns heute in vielen Bereichen das Leben erleichtert. Denn wo es gelingt, den so genannten Selbstreinigungseffekt auf Gebrauchsgegenstände zu übertragen, wird viel mühevolles Schrubben und Bürsten überflüssig. Das gilt beispielsweise auch für Sonnenschutztextilien, die früher oft schon nach wenigen Sommern durch hartnäckige Flecken unansehnlich geworden waren. Heute gibt es selbstreinigenden Markisenstoff aus dem Spezialgewebe sunsilk SNC, dessen Oberflächenstruktur dem Lotusblatt nachempfunden wurde. Bei einem Neigungswinkel der Markise von mindestens 14 Grad werden Staub, Laubreste oder andere Verschmutzungen mit dem abperlenden Wasser einfach weggeschwemmt.
Dieses praktische Talent ist dem Stoff zwar mit bloßem Auge nicht anzusehen, kann und sollte aber trotzdem bei der Auswahl eines neuen Sonnenschutzes ausschlaggebend sein. Das ist möglich, seitdem das renommierte Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) in Denkendorf ein spezielles Gütezeichen entwickelt hat: Das Prüfsiegel "selfcleaning - inspired by nature" bekommen ausschließlich solche Textilien verliehen, die ihre Selbstreinigungs-Eigenschaften in einem aufwändigen Prüfverfahren unter Beweis gestellt haben. Ein wichtiges Qualitätskriterium, denn unbewiesene Werbeaussagen zum Lotus-Effekt hat es seit dessen Entdeckung unterm Mikroskop immer wieder gegeben.
Quelle: Supress
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