Immobilienfinanzierung in der Rezession

Worauf ist jetzt zu achten?



Die niedrigen Bauzinsen haben in den vergangenen Jahren viele Menschen dazu veranlasst, sich nach den eigenen vier Wänden umzusehen. Auf der anderen Seite planen viele den Wechsel in die eigene Immobilie für die kommenden Jahre. Anstatt des wirtschaftlichen Aufschwungs plagt nun jedoch eine Rezession die Wirtschaft. Worauf ist also zu achten, um unter den veränderten Bedingungen sicher und günstig finanzieren zu können?

Neue Bauvorhaben gut durchplanen
Wer den Kreditvertrag noch nicht unterschrieben hat, kann bei seiner Suche mehr denn je auf gute Planung vertrauen. Jetzt ist es besonders wichtig, das Bauvorhaben vom Anfang bis zum Schluss durchzurechnen. Wie lange ließen sich die Kreditraten zum Beispiel auf Basis der persönlichen Rücklagen begleichen? Und welche Ratenhöhe ist überhaupt die richtige, um die Finanzierung mit dem Haushaltseinkommen in Einklang bringen zu können?

Dank der weiterhin niedrigen Zinsen stehen die Grundvoraussetzungen für den Bau oder Kauf einer Immobilie noch immer günstig. Trotzdem bietet sich der Blick auf individuelle Faktoren an. Wie krisenfest ist etwa der eigene Arbeitsplatz? Diese Überlegungen können neuen Mut generieren und den Weg zu einem sicheren Beschluss ebnen.

Kosten durch Umschuldung reduzieren
Wer den großen Schritt bereits gewagt hat und nun einen Immobilienkredit vor sich hat, kann dessen Kosten aktiv reduzieren. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten sind der beste Anlass, um über eine Umschuldung nachzudenken. Besonders bei Verträgen, die schon mindestens fünf Jahre alt sind, lohnt sich dieser Schritt. Zentrale Tipps zur Umschuldung sind auch auf dieser Seite zu finden.

Die Umschuldung bietet die Chance, das Angebot des Kreditgebers in der Zeit der Nullzinsen ankommen zu lassen. Während noch im Jahr 2010 Zinssätze von rund 5 Prozent als angemessen angesehen wurden, können Darlehen heute schon ab einem Prozent effektiven Jahreszins in Anspruch genommen werden. Untersuchungen zeigen, dass sich in Deutschland nach wie vor viele Kreditnehmer vor dem organisatorischen Aufwand fürchten, der aus ihrer Sicht mit der Umschuldung verbunden ist. Dabei reichen schon vier simple Schritte aus, um die Raten wirksam zu reduzieren. Je größer die Kreditschuld bis dato ist, desto größer ist die potenzielle Ersparnis, die mit diesem Schritt plötzlich ganz real wird.

Was ist im Ernstfall zu tun?
Die meisten Bauherren werden auch in den kommenden Jahren mit größter Wahrscheinlichkeit vom Ernstfall verschont bleiben. Dies bedeutet, dass weiterhin das notwendige Kapital vorhanden ist, um die Finanzierung zu stützen. Ist dies, zum Beispiel durch den Jobverlust, nicht mehr möglich, sollten die Zahlungen nicht einfach eingestellt werden, empfehlen Experten.

Stattdessen gilt: wer durch die Krise in Geldnot geraten ist, darf seine Zahlungen nach Absprache über einen Zeitraum von drei Monaten aussetzen, so die Verbraucherzentrale NRW. Dies ist ein Teil des Hilfspakets, das von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde. Auf der anderen Seite hilft dies erstmal nur kurzfristig. Denn im Anschluss müssen die ausgefallenen Raten nachgeholt werden. Wer die finanzierte Immobilie selbst nutzt, kann sogar noch städtisches Wohngeld beantragen, um den Besitz dadurch abzusichern.

Die Rezession ist demnach kein Grund, um sich vom Traum der eigenen Immobilie abhalten zu lassen. Wichtig ist vielmehr, die richtigen Bedingungen für eine solide und tragfähige Finanzierung zu schaffen.



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