Rohrreinigung für Hausbesitzer steuerlich absetzbar

Kosten steuerlich gelten machen

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Besitzer eines Eigenheims haben viele Freiheiten beim Bau und der Gestaltung ihrer Immobilie, tragen aber auch eine große Verantwortung. Das gilt insbesondere dann, wenn ein Teil des Hauses oder das gesamte Gebäude an Dritte vermietet werden. Ein nicht zu unterschätzender Bereich einer jeden Immobilie ist die Abwasseranlage, die immer einwandfrei funktionieren muss. Für eine Wartung oder eine erforderliche Reparatur fallen teils hohe Kosten an, und nicht jeder Hausbesitzer weiß, dass diese zumindest zum Teil steuerlich geltend gemacht werden können.

Rohrwartungen und Reinigungen steuerlich geltend machen: So geht’s!


Kommt es zu einer Verstopfung in den Abwasserrohren, hilft meist nur noch das Beauftragen eines professionellen Rohrreinigers. Wer sich selbst an diesem Eingriff versucht, verursacht oftmals mehr Schaden als Nutzen. Abhängig davon, wie aufwendig die Reinigung und eventuell damit einhergehende Reparaturen ausfallen, entstehen teils hohe Kosten, für die der Hausbesitzer aufkommen muss. Allerdings besteht die Möglichkeit, diese in der nächsten Einkommenssteuererklärung anzugeben und zu einem Teil abzusetzen. Bis zu maximal 20 Prozent der Gesamtkosten können vom Finanzamt angerechnet werden. Der dabei entstehende Betrag darf aber 1200 Euro nicht überschreiten. Das gilt sowohl für professionelle Rohrreinigungen, die im Rahmen einer Verstopfung erforderlich werden, als auch für damit verbundene Reparaturen sowie für prophylaktische Dichtigkeitsprüfungen der Abwasseranlage. Wahlweise können die Kosten als Betriebskosten beziehungsweise Werbungskosten abgesetzt werden, sofern sie in direkter Relation zur beruflichen Tätigkeit des Hausbesitzers stellen. Anderenfalls fallen die Kosten in den Bereich Handwerkerleistungen, die jeder Immobilienbesitzer in seiner Steuererklärung geltend machen kann.

Das wird für die Erstattung der Rohrreinigungskosten benötigt


Um die erwähnten 20 % der Kosten für eine Rohrreinigung oder Dichtigkeitsprüfung vom Finanzamt erstattet zu bekommen, ist es für Hausbesitzer zwingend erforderlich, im Rahmen der Steuererklärung einen glaubhaften Nachweis über die erbrachten Leistungen der Handwerker vorzulegen. Hierbei sollte es sich um eine Rechnung handeln, die der Rohrreiniger nach dem Eingriff ausgestellt hat. Diese sollte unbedingt eine genaue Auflistung der einzelnen Bestandteile der Leistung enthalten. Dazu gehört eine Aufschlüsselung der jeweiligen Positionen wie Materialkosten, Anfahrtskosten und Arbeitszeit. Eine Erstattung der Materialkosten ist grundsätzlich nicht möglich. Dagegen können Anfahrt und Stundensatz anteilig rückerstattet werden – vorausgesetzt, aus der Rechnung ist eindeutig zu entnehmen, welche Kosten genau wofür angefallen sind. Sollte der Handwerker nur eine pauschale Rechnung geschrieben haben, ist es erforderlich, noch einmal eine detaillierte Auflistung zu verlangen. Im Idealfall lassen sich Hausbesitzer aber direkt nach erbrachter Leistung für das Finanzamt ausstellen.

Kostenerstattung: Das Finanzamt kann Kontoauszüge verlangen


Wenn das Finanzamt die im Rahmen der Einkommenssteuererklärung die Ausgaben des Hausbesitzers überprüft, kann es sein, dass sich die Behörde in diesem Zusammenhang an die Rohrreinigungsfirma wendet und noch einmal eine genaue Rechnung sowie die Kontoauszüge anfordert, um den Zahlungseingang nachvollziehen zu können. Ebenso ist es auch möglich, dass die Kontoauszüge des Immobilienbesitzers eingesehen werden. Besonders, wenn die Handwerkerkosten unter Betriebskosten/Werbekosten angegeben wurden, erfolgt aber meist eine unkomplizierte Erstattung des entsprechenden Betrags. Bei Fragen oder Unklarheiten steht die jeweilige zuständige Behörde Hausbesitzern mit Rat und Tat zur Seite. Oftmals kann auch das Rohrreinigungsunternehmen bereits Auskunft geben, welche Leistungen steuerlich absetzbar sind und was dabei beachtet werden muss.